Blue Bossa ist eine instrumentale Jazzkomposition des Trompeters Kenny Dorham, die auf dem 1963 erschienenen Album Page One des Saxofonisten Joe Henderson vorgestellt wurde. Sie verbindet Hard Bop mit Bossa Nova, ein Ansatz, der möglicherweise von Dorhams Besuch des Rio de Janeiro Jazz Festival 1961 beeinflusst wurde. Die Originalaufnahme enthält Henderson und Dorham und ist zu einem der bekanntesten Stücke geworden, die mit beiden Musikern verbunden sind.
Blue Bossa wird gewöhnlich in c-Moll gespielt und ist bei Jazzmusikern wegen seiner prägnanten harmonischen Bewegung und seines Gleichgewichts zwischen einem von lateinamerikanischen Einflüssen geprägten Bossa-Nova-Rhythmus und einer Hard-Bop-Improvisationssprache beliebt. Seine kompakte Struktur eignet sich für wiederholte Solo-Chorusse, wobei die klare melodische Identität erhalten bleibt. Das Stück wurde von verschiedenen Künstlern zahlreiche Male aufgenommen und ist zu einem häufig gespielten Jazzstandard geworden.