Ne me quitte pas, 1959 von dem belgischen Singer-Songwriter Jacques Brel geschrieben und erstmals aufgeführt, ist eine französische Chanson, die als eindringliche Bitte an eine scheidende Geliebte angelegt ist. Brel schrieb sie nach dem Ende seiner Beziehung mit Suzanne Zizou Gabriello. Er nahm das Lied am 11. September 1959 auf, und später im selben Jahr erschien es auf seinem vierten Album, La Valse à mille temps. Später beschrieb Brel es nicht als Liebeslied, sondern als Hymne an die Feigheit der Männer, wobei er die Selbsterniedrigung des Erzählers betonte.
Die Melodie des Liedes enthält ein Thema, das aus dem zweiten Teil von Franz Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 6 übernommen wurde, besonders in der Zeile über das Anbieten von Regenperlen aus Ländern, in denen es nicht regnet. Sein dramatischer, vom Text getragener Chanson-Stil hat zahlreiche Interpretationen auf Französisch und in anderen Sprachen ermöglicht. Nina Simone nahm 1965 eine bemerkenswerte Coverversion auf, während Rod McKuens englische Adaption If You Go Away unter anderem von Shirley Bassey und Ray Charles interpretiert wurde. Brel nahm Ne me quitte pas als Titelsong seines 1972 erschienenen Albums erneut auf, und Johnny Hallyday veröffentlichte 1984 eine Liveversion.